Baum · Reiter u. Collegen - Menschenrechte
 
Menschenrechte
Festrede von Gerhart Baum anlässlich der Veranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum des Forum Menschenrechte am 11.03.2004 im Roten Rathaus Berlin Drucken E-Mail

Das Forum Menschenrechte kann auf zehn Jahre harter, mühsamer, aber dennoch erfolgreicher Arbeit für die Menschenrechte zurückblicken. Jochen Motte hat die Gründung des Forums einen Glücksfall genannt – ein Glücksfall, der sich weiter bewähren muss.

Das Ziel war Informationsaustausch und Meinungsbildung zu Grundsatzfragen und Reaktion auf tagespolitische Ereignisse. Das Forum ist keine Dachorganisation, sondern ein bundesweites Netzwerk von Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Aufgabengebieten – alle sind jedoch durch das Thema Menschenrechte verbunden. Es ist dem Forum gelungen, anerkannter Gesprächspartner von Parlament und Regierung zu werden und auch auf internationaler Ebene, z.B. in Genf, wirksam zu werden. So habe ich das Forum auch kennen gelernt. Wichtige Anregungen habe ich in intensiven Diskussionen jeweils vor den Sitzungsperioden der Menschenrechtskommission erhalten.

Joachim Krause, Werner Lottje, Volkmar Deile und Regina Kalthegener haben gute Aufbauarbeit geleistet, für die ich heute auch in Ihrem Namen danken möchte.

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Gastkommentar - amnesty journal April 2005 Drucken E-Mail

Original: amnesty journal April 2005

 

Nur Entschlossenheit hilft

Die internationale Gemeinschaft muss angesichts der schweren Kriegsverbrechen in Darfur endlich Verantwortung übernehmen.

Von Gerhart Baum

 

Der vor kurzem vorgelegte Bericht der UNO-Expertenkommission hat belegt, dass in Darfur schwere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden. Die Regierung in Khartoum ist nicht willens und nicht in der Lage, die eigene Bevölkerung zu schützen. Sie führt vielmehr einen Vernichtungsfeldzug mit Unterstützung arabischer Milizen. Nach wie vor finden Angriffe auf die Zivilbevölkerung statt, und Frauen werden vergewaltigt. Kofi Annan hat die Lage in der Region als »Hölle auf Erden« bezeichnet.

Die Rebellen sind mitverantwortlich für den Konflikt, die Hauptschuld aber trägt die sudanesische Regierung. Die Hochkommissarin für Menschenrechte erklärte, dass einzelne Regierungsmitglieder in die Vorfälle in Darfur verstrickt seien und man der Regierung nicht mehr vertrauen könne. Zudem hat Milizenführer Musa Hilal bestätigt, dass er seine Befehle von hochrangigen Armee-Angehörigen erhält.
Das bittere Fazit nach einem Jahr vieler Konferenzen, Beschlüsse und Absichtserklärungen ist: Nichts hat sich geändert. Obwohl der Konflikt lange vorhersehbar war, hat die Völkergemeinschaft erneut versagt – zehn Jahre nach dem Genozid in Ruanda.

Was muss geschehen? Die Regierung in Khartoum ist der Schlüssel für eine politische Lösung. Diese Regierung, die über keinerlei demokratische Legitimation verfügt, muss unter Druck gesetzt werden. Doch dies geschieht nicht. Die USA und Deutschland, die sich für Sanktionen einsetzen, werden nur von wenigen europäischen Regierungen unterstützt. Der Sicherheitsrat ist durch das Veto von China und Russland blockiert, die Europäische Union ist sich nicht einig.

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