|
Der Spiegel-Artikel zeigt eine erdrückende Faktenlage, die bestätigt, dass alle Beteiligten, also Veranstalter, Stadt und Land Verantwortung tragen. Es gibt keine Alleinursache und keinen Alleinverursacher der Katastrophe. Es gibt vielmehr ein Versagen aller drei Beteilig-ten, die gemeinsam Verantwortung und Schuld tragen. Das Land Nordrhein-Westfalen kann seine Mitverantwortung nun nicht mehr in Abrede stellen.
Es kommt auch nicht darauf an, welchen Prozentsatz an Schuld jeder Beteiligte im Einzelnen zu verantworten hat. Die Verursachungsquote mögen die Gerichte feststellen. Bis zu einem Urteil können aber noch Jahre vergehen, denn die Anklage wird voraussichtlich frühestens 2012 erhoben werden. Das Gerichtsverfahren kann danach Jahre dauern. Es ist nicht abzusehen, wann das unwürdige Gezerre, dem jeweils anderen die Schuld zuzuschieben, beendet sein wird.
Der Respekt vor den Opfern gebietet es jetzt, das zu tun, was wir seit längerem fordern. Die Frage der juristischen Schuld sollte von der Entschädigungsfrage abgekoppelt werden. Die Verantwortlichen sollten sich bereits jetzt – gemeinsam mit den Vertretern der Opfer – auf verbindliche Regeln der Entschädigung einigen. Wir appellieren deshalb an den Veranstalter, Herrn Schaller, und seine Versicherung AXA, die Stadt Duisburg und den hinter ihr stehenden Kommunalversicherungsverband, sich auf eine schnelle Lösung zu verständigen. Wir wiederholen unseren Vorschlag, dazu eine öffentliche Stiftung einzurichten. Die Opfer, von denen wir über 70 vertreten, bestehen darauf, an diesen Verhandlungen beteiligt zu werden. Nichts darf mehr hinter ihrem Rücken geschehen.
Für Rückfragen: Rechtsanwalt Dr. Julius F. Reiter, Rechtsanwalt Tel. 0211-83680570; E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Download: Pressemitteilung vom 16.05.2011 |