Baum · Reiter u. Collegen - Wir in den Medien: Fachanwalt Dr. Julius Reiter beschreibt, wie eine deutsche Großbank ein mittelständisches Unternehmen mit Rohstoff- Swaps an den Rand der Insolvenz trieb
 
Wir in den Medien: Fachanwalt Dr. Julius Reiter beschreibt, wie eine deutsche Großbank ein mittelständisches Unternehmen mit Rohstoff- Swaps an den Rand der Insolvenz trieb Drucken E-Mail

Auf Empfehlungen von Großanken haben in den letzten Jahren vor allem mittelständische Unternehmen höchst riskante Swap-Geschäfte abgeschlossen und viel Kapital verloren, obwohl sie sichere Anlagen suchten oder lediglich Kreditrisiken absichern wollten. Wie viele Unternehmen betroffen sind, weiß niemand genau. „Julius Reiter geht von einer hohen Dunkelziffer aus“, zitiert das Fachmagazin Markt und Mittelstand den Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht der Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen. Dabei stünden die Chancen für sich geschädigte Unternehmer nach einem im März 2011 verkündeten BGH-Urteil, das die Deutsche Bank in einem Zins-Swap-Verfahren zu Schadenersatz verurteilte, gar nicht schlecht. Das wissen allerdings auch die Banken: Mit welch harten Bandagen sich Großbanken zu wehren bereit sind, zeigt folgender Fall, der sich vor dem BGH-Urteil ereignete und in dem Magazin ausführlich beschrieben wird. Danach stand eine mittelständische Spedition aufgrund des Abschlusses eines von einer Großbank empfohlenen riskanten Rohstoff-Swaps kurz vor der Insolvenz. Die Geschäftsführer hatten angenommen, dass die Bank Diesel günstiger einkaufen und deshalb die Swaps als Sicherungsgeschäft anbieten könne. Auch war der Mittelständler davon ausgegangen, dass es sich bei der Bezugsgröße des Swaps um einen tatsächlichen Rohölpreis handele. Doch in Wahrheit bezog sich die tatsächliche Preisbildung für den Swap auf einen synthetischen Dieselpreis, der von vielen Faktoren, unter anderem auch von Spekulationsgeschäften, abhängig war. „Darüber war das Unternehmen nach unseren Feststellungen nicht ordnungsgemäß aufgeklärt worden“, zitiert das Fachmagazin Kläger-Anwalt Julius Reiter. „Nachdem die Richter vor dem Oberlandesgericht Frankfurt dieser Auffassung folgen wollten und der Bank eine schnelle wirtschaftliche Lösung der Sache nahelegten, meinte die Anwältin der Bank lakonisch: „Wir ziehen das Verfahren durch. Notfalls geht die Sache vor den Bundesgerichtshof.“ Dies hätte angesichts der Forderung der Bank in Höhe von 500.000 Euro die Insolvenz des Unternehmens bedeutet, so Markt und Mittelstand. „Über den Verhandlungsweg konnte eine Einigung erzielt werden; es blieb allerdings ein Verlust für das Unternehmen übrig.“

siehe:
Unternehmer wehren sich gegen Falschberatungen der Banken
(Markt und Mittelstand, 30.05.2011)